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  • Bienen fliegen vor einem Bienenstock in natürlicher Umgebung

    Aus dem Beobachten lernen

Im Einklang mit Bienen, Natur und Leben

Schon als Kind faszinierte Thomas Mairhofer die Ruhe und Gelassenheit der Imker – heute lebt er selbst diese Haltung. Mit Leidenschaft, Achtsamkeit und einem tiefen Respekt vor der Natur betreut er seine Bienenvölker im oberösterreichischen Almtal und setzt sich für biologische Landwirtschaft und den Erhalt der Artenvielfalt ein. Seine Arbeit mit Bienen, Hanf und Menschen zeigt: Nachhaltigkeit bedeutet nicht nur ökologisch zu handeln, sondern auch sozial und menschlich Verantwortung zu übernehmen – mit Herz, Sinn und innerer Ruhe.

Wie alles mit Bienen begann

Schon im Volksschulalter hatte er sich immer gefragt: Warum sind alle Imker alt, gesund und gelassen? „Das waren für mich einfach coole Typen, und so wollte ich auch werden“, sagt Thomas Mairhofer aus Pettenbach im Almtal. Als kleiner Junge ahnte er bereits, dass diese Gelassenheit der Imker und ihre Gesundheit bis ins hohe Alter etwas mit dem „faszinierenden Organismus des Bienenvolkes“ als solchem zu tun haben müssen.

Das Samenkorn der Idee war gesät, doch es keimte langsam: Es dauerte mehr als 15 Jahre, bis Thomas 2012 mit zwei geschenkten Bienenvölkern – als Quereinsteiger und erster in seiner Familie – mit der Imkerei begann. Heute betreut „Imker Tom“ je nach Saison 20 bis 25 Völker und produziert etwa 20 bis 25 kg Bio-Honig pro Jahr und Volk. Einige Bienenstöcke hat er auch auf dem Gelände der Grüne Erde-Welt im Almtal aufgestellt – zur Bestäubung der Pflanzen und als Anschauungsobjekt für Besucher.

Mehrere Bienenstöcke aus Holz in natürlicher Umgebung
Bienenstöcke im Gras am Waldrand in natürlicher Umgebung

Beobachten, lernen, achtsam werden

Manchmal sitzt Tom einfach bei den Bienenstöcken in seinem Garten, beobachtet die Tiere, hört ihnen zu. „Das ist ungemein beruhigend.“ Er bewundert die „Bienendemokratie“: Wichtige Entscheidungen, etwa eine neue Königin zu inthronisieren, würden kollektiv getroffen. Die Arbeit mit den Bienen sei eine echte Bereicherung seines Lebens: „Aus dem Beobachteten lernt man und wird achtsam.“ Mit einiger Besorgnis allerdings beobachtet Tom das durch Agrarchemikalien verursachte Bienen- bzw. Insektensterben.

So scheute er nicht davor zurück, sich mit der mächtigen Agrarlobby anzulegen: Er äußerte öffentlich den begründeten Verdacht, dass Zehntausende seiner Bienen Opfer eines chemischen „Pflanzenschutzmittels“ wurden, das auf umliegenden Feldern ausgebracht worden war. Tom: „Wenn wir eine intakte Umwelt und gesunde Lebensmittel wollen, ist eine biologische Landwirtschaft die einzige vernünftige Lösung.“

Person arbeitet an einem Bienenstock und hält eine Wabe in ländlicher Umgebung

Zwischen Bienen und Berufung

Eine ironische Aufforderung, auf die Work-Life-Balance zu achten. Im Hauptberuf aber ist der Imker und Hanfbauer Tom Sozialarbeiter. Er betreut psychosozial unterstützungsbedürftige Haftentlassene und begleitet sie auf dem Weg der Rehabilitation. „Da bekommt man die andere Seite des Lebens täglich und direkt mit.“ So etwas prägt und formt einen Menschen. Ebenso wie die vielfältigen beruflichen Erfahrungen, die der 1987 geborene Tom gesammelt hat: Zivildienst, Kranbegleiter bei einem Transportunternehmen, Vermessungstechnik-Assistent bei der Erdöl-Prospektion, Ausbildung zum Behindertenbegleiter, Bio-Imker, Hanfbauer, Sozialarbeiter.

“Aus dem Beobachteten lernt man und wird achtsam.”

Bio-Imker Thomas Mairhofer betreut die Bienenstöcke bei der Grüne Erde Welt 

Bienen auf Wabenrahmen in einem Bienenstock in Nahaufnahme
Garten mit blühenden Rosen und Sitzbänken in gepflegter Grünanlage

Ein „fruchtbarer“ Boden: das Almtal

Thomas Mairhofer gehört zu einer wachsenden Gruppe von jüngeren Menschen denen ein sinnvolles Leben und sinnstiftende Arbeit – naturbezogen, ökologisch achtsam, sozial fair, regional – wichtiger sind als eine klassische Berufskarriere mit planbaren Biennalsprüngen. So etwa betreibt Toms Lebenspartnerin, Lisa Hartleitner, gemeinsam mit Elsa Triebaumer das kleine Naturfloristik-Unternehmen "Wildflorie" in Scharnstein. Ein Teil der von den beiden verarbeiteten Schnittblumen wächst rund um die Grüne Erde-Welt, und wird dort von den Bio-Gemüsebäuerinnen Reingard Prohaska und Michaela Jancsy von "almgrün" betreut.

Zu dieser Community von Gleichgesinnten gehört etwa auch der Bio-Landwirt Andreas Hoffmann, der die Äcker und Wiesen vor der Haustür der Grüne Erde-Welt bewirtschaftet. Offenbar ist das Almtal buchstäblich ein fruchtbarer Boden für alternative Lebens- und Wirtschaftsformen. „Reich wird man bei all dem natürlich nicht. Aber man ist zufrieden mit dem, was man tut“, sagt Imker Tom. Man spürt: Er ist der im Volksschulalter von ihm erträumten Gelassenheit schon ein gutes Stück näher gekommen.

Grüne Wiese mit Blumen Baum und Glasgebäude im Hintergrund

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